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Aktuelles

Der BNA hat uns am 2. 2.2012 folgenden Bericht zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken.

Ist die Exotentierhaltung in Gefahr?

 

Nach der Diskussion um „Positivlisten“ in den 80er Jahren mehren sich in den letzten Monaten Stimmen aus der Politik und Verbänden, die vehement ein Verbot der Haltung von exotischen Tierarten befürworten. Davon betroffen wären – mit Ausnahme der domestizierten – fast alle haltungsrelevanten Tierarten aus den Bereichen Aquaristik, Terraristik, exotische Kleinsäuger und Vögel.

So haben die Bündnis90/Die Grünen in ihrem Entwurf zu einer Novellierung des Tierschutzgesetzes („Tierschutz neu denken“) erhebliche Verschärfungen für die Halter von „Wildtieren“ vorgesehen. Zitat: „Bei Tieren wild lebender Arten ist es notwendig, das Züchten und Halten solcher Tiere – wegen ihrer besonderen Ansprüche an Haltung und Pflege – von einer vorherigen Erlaubnis durch die zuständige Behörde abhängig zu machen.“

Die Tierrechtsorganisation PETA fordert „Exoten raus aus dem Wohnzimmer“.

Auf ihrer Internetseite steht u.a.: „Schreiben Sie an die Bundesregierung und fordern Sie ein bundesweites Gesetz, das die Haltung exotischer Tiere in Privathänden verbietet. Fordern Sie außerdem, dass die Einfuhr von exotischen Tieren verboten wird“.

Auch PRO WILDLIFE setzt sich massiv gegen die Haltung von Wildtieren ein.

Mit plakativen Überschriften wie: „Ware Wildtier“, „Tödlicher Wildtierhandel“ und „Massentod bei Wildtierimporten“ wird hier insbesondere Stimmung gegen die Aquaristik, Terraristik und die Vogelhaltung gemacht.

Selbst gemäßigte Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund sprechen sich in den letzten Monaten massiv gegen die Wildtierhaltung aus. So forderte der neue Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, in einer Pressemitteilung vom 30.09.2011 ein komplettes Verbot der Heimtierhaltung von Exoten, wie Reptilien, Vögeln und Fischen. Der BNA hat hierzu in einer Pressemitteilung sofort differenziert reagiert und auf die tatsächlichen Fakten hingewiesen.

Zusätzliche Dynamik bekommen die Forderungen nach einem Haltungsverbot durch die derzeitige Vorgehensweise in der Schweiz und Österreich, wo mit teilweise überzogenen Mindeststandards die Haltung von Exoten deutlich erschwert wird. Eine Entwicklung, mit der sich derzeit auch die Zoologischen Gärten bei der Ausarbeitung des „Säugetiergutachtens“ auseinander setzen müssen und auch erfolgreich auf die Kontakte des BNA zurückgreifen konnten.

Fast schon folgerichtig haben Presse und Fernsehen dieses Thema aufgegriffen, wie aktuell eine sehr einseitige Sendung des SWR zum Thema „Exoten unterm Weihnachtsbaum“ zeigte (http://www.swr.de/im-gruenen-rp/-/id=100810/nid=100810/did=8865268/1nld0mw/).

 

Als staatlich anerkannter Naturschutzverband und Dachverband der Exotenhalter in Deutschland findet der BNA nicht nur Gehör, sondern durch seine langjährige und konstruktive Lobby-Arbeit auch viel Wohlwollen im Bund und den Ländern. Zudem steht der BNA nicht nur in regelmäßigem Kontakt zu allen politischen Parteien und den großen Tierschutzorganisationen, sondern er hat sich in den letzten Jahren durch sein Engagement für einen realen Tierschutz auch viel Ansehen erworben.

Der BNA wird sich weiterhin gegen ein Verbot der Wildtierhaltung einsetzen, welches das Ende der Aquaristik, Terraristik, Kleinsäuger- und Vogelhaltung bedeuten würde.

Aber gegen die mächtigen und finanziell sehr gut ausgestatteten Tierschutzverbände kann die erfolgreiche Arbeit des BNA nur dann fortgeführt werden, wenn der BNA sich einer breiten Unterstützung unter den Tierhaltern sicher ist. Es gibt nur einen, der von der Politik und den Behörden „ernst“ genommenen wird und das Sprachrohr für die Tierhalter ist – den  BNA.

Eine Zersplitterung der Interessenvertretung schadet der Tierhaltung in Deutschland. Bis heute völlig unerklärlich ist, dass große Züchterverbände den BNA verlassen haben. Es ist den Züchterverbänden bis heute nicht gelungen, gegen diese massiven Forderungen vorzugehen oder eine Lobby aufzubauen. Man liest noch nicht einmal eine Stellungnahme hierzu.

Der BNA wird am 21. und 22.04.2012 ein Symposium zum Thema „Ist die Exotenhaltung in Gefahr???“ durchführen. Wir werden hierzu Vertreter aus Politik, Tierschutz, Zoofachhandel, Zoos sowie private Tierhalter in das Vortragsprogramm einbinden. Sobald das Programm steht, werden wir Sie hierzu einladen.

Weitere aktuelle BNA-Meldungen:

  • BNA-Präsident Walter Grau und Geschäftsführer Lorenz Haut beim Empfang von Frau Bundesverbraucherministerin Aigner anläßlich der grünen Woche in Berlin
  • BNA-Präsident und Geschäftsführer führten in Berlin Gespräche mit den tierpolitischen Sprechern von Grünen, SPD und CDU
  • BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut und die Biologen Hirt und Schmid zu Besuch beim Deutschen Tierschutzbund in Neubiberg
  • Dr. Bürkle’s & Dr. Reinschmidt’s Papageienwochenende 2012 findet vom 06. – 08.07.2012 im BNA-Schulungszentrum statt

Weitere ausführliche Informationen in BNA-aktuell Nr. 1/2012 (Ende März)

 

Ich glaube dazu bedarf es keiner weiteren Erklärung. Meine persönliche Meinung dazu ist:

Die Halter und Züchter dürfen nicht, wie es in der Vergangenheit leider immer wieder festzustellen war, hinter dem Ofen sitzen und schimpfen, sondern sich mindestens in diese Diskussion öffentlich einbringen.

Wir möchten nicht, dass die Vogelzüchter in der Zukunft als “Verbrecher” abgestempelt werden, weil unser Hobby die Nachzucht und Haltung ist. Letztlich erhalten wir durch unsere Nachzuchten  nachweislich viele Arten vor dem sicheren Aussterben.

Als Verein werden die Vorgehensweise des BNA in jeglicher Form unterstützen.

Unser Gästebuch steht für Ihre Stellungnahme uneingeschränkt zur Verfügung.

H.-Jürgen Rembiak

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