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Papageienzucht aus der Sicht des Züchters

Eine kleine Geschichte über die Zucht von Papageien

Seit 1965 halte und züchte ich Vögel.

Begonnen hat alles mit  Prachtfinken, ich baute mit meinem Vater zusammen eine Innenvoliere (2m x 2m x 2,20) und eine Außenvoliere (1m x 6m x 2,50m) Im Laufe der Zeit änderten sich die Vogelarten.

Zu den Finken kamen Waldvögel, Kanarienvögel und Wachteln.

Eines Tages flog mir ein Wellensittich zu, nachdem zwei Wochen vergangen waren, in denen sich  kein Besitzer bei mir meldete, kaufte ich mir einen Partner dazu.

Da sich die beiden sehr gut verstanden baute ich einen Nistkasten und hängte diesen in der Voliere auf. Schon nach kurzer Zeit blieb das Weibchen längere Zeit in diesem Nistkasten. Meine Neugierde damals war riesengroß, und so entdeckte ich die ersten Eier.

Ich kaufte mir Bücher um möglichst viel über die kleinen Australier zu erfahren. Nachdem die ersten Jungen geschlüpft sind, verfütterte ich viel halbgereifte Grassamen und Aufzuchtfutter.

Nach ein paar Wochen kamen nacheinander 5 Junge heraus.

Zu den Zeitpunkt lernte ich einen erfahrenen Züchter kennen, dieser sagte mir dann, dass wir ein paar von den Vögeln austauschen, so dass eben blutsfremde Tiere zusammen kommen  und wir weiter züchten könnten.

Mein Vater beantragte damals eine Zuchtgenehmigung damit ich die Jungvögel beringen konnte. 

Meine Waldvögel und meine letzten Prachtfinken verkaufte ich, da die Wellensittiche immer mehr wurden.

Über den erwähnten Züchter bekam ich Kontakt zu einem Vogelhändler, der kam alle 2-3 Wochen und kaufte mir alle Jungen ab. Mit ca. 20 Zuchtpaaren, mehr wollte ich in der Voliere aus Platzgründen nicht halten züchtete ich weiter.

Nach ungefähr 2 Jahren hatte ich mir schon viel Geld angespart und erfüllte mir damit einen Traum. Ich kaufte mir ein Paar ganz weiße Nymphensittiche, die aber leider nie Nachwuchs bekommen hatten.

 

Mit 16 Jahren begann die Mopedzeit und das Interesse für die Vögel ließ nach.

Nach Hochzeit, Kind und Hausbau wuchs in mir die alte Leidenschaft, ich hatte jetzt den Platz und baute eine neue Volierenanlage.

Meine ersten Vögel waren ein paar Mohrenkopfpapageien und schon nach einen viertel Jahr hatte ich meine ersten 4 lautschreiende Jungvögel im Nistkasten.

Auch im 2 und 3 Jahr zogen die Eltern 4 Junge erfolgreich auf. Über den Verkauf der Jungtiere bot mir ein anderer Züchter für mein Zuchtpaar 2 Kongo-Graupapageien zum Tausch an und ich machte mit.

Die beiden kraulten und schnäbelten sich den ganzen Tag und ich freute mich schon auf die nächsten Jungen Graupapageien.

Nach weiteren 2 Jahren ohne Erfolg beschloss ich mich zur Endoskopie bei einem Tierarzt, das Ergebnis: 2 schöne Männchen!

Jetzt hatte ich die Möglichkeit mehrere Graupapageien auszuprobieren, der 9 Versuch brachte dann das ersehnte Ergebnis. Das jetzt richtige Paar zog im Jahr darauf 2 Junge auf. Als nächstes kaufte ich mir ein Zuchtpaar Blaustirnamazonen und bekam noch die 3 Jungvögel dazu.  Dieses Paar zog bis das Weibchen leider starb, 17 kleine Blaustirnamazonen problemlos auf.

7 Jahre nachdem ich damals mein Zuchtpaar Mohrenkopfpapageien abgegeben hatte kam ein Mann zu mir und sagte das ich ihn betrogen hätte.

Er hatte  vor 2 Jahren dieses Paar gekauft, weder bei dem ersten Besitzer noch bei ihm hat das Weibchen Eier gelegt. Ich zeigte ihm mein Zuchtbuch mit den Eintragungen von damals und bot ihm an, das Paar zu dem Preis den er bezahlt hatte wieder zurück zunehmen, worauf er einwilligte.

Ich setzte die Mohrenkopfpapageien in ihre alte Voliere mit ihren Nistkasten, der für Graupapageien und Amazonen sowieso zu klein war. Schon nach kurzer Zeit hatten Sie bei mir wieder 3 Junge im Nest. Telefonisch teilte ich es dem Verkäufer mit, doch er glaubte mir nicht und kam auch nicht vorbei um sie sich anzusehen. Diese Geschichte zeigt wie verschieden Papageien doch sind, wenn die Partner gut harmonieren, die Unterbringung und die Verpflegung optimal ist kann aus einem Paar eine Familie entstehen. Bei der Zucht von Vögeln speziell

den anspruchsvollen Papageien hängt der Erfolg oft von Kleinigkeiten ab, die einen Züchter im Laufe der Zeit zu einem alten Hasen in der Vogelzucht werden lässt.

Papageien werden sehr alt, sie überleben oft Ihren Besitzer. Deshalb rate ich jedem Menschen der sich für solch ein Tier interessiert sich vorher bei einem guten Züchter genau zu informieren.                                                               

Bernd Knoch

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