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Wie wird man „Vogelzüchter“ ?
Diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Jedes Mal wieder ertappe ich mich bei dieser Frage ein wenig darüber nachzudenken.
Dabei ist es doch so einfach: Weil ich die Natur, die Pflanzen und Tierwelt mag. Besonders haben es mir die Vögel in Wald und Flur und die bunte und andere Vogelwelt in den verschiedenen Regionen der Erde angetan.
Als Kind war es für mich und meinen Geschwistern immer eine Selbstverständlichkeit mit Tieren aufzuwachsen. Wellensittiche gehörten genauso dazu wie ein Aquarium oder Säugetiere, wie Hamster, Meerschweinchen oder Schildkröten. In der folgenden Zeit als Jugendlicher hat man andere Interessen die natürlich auch sehr wichtig sind aber auch in dieser Zeit pflegte ich ein Paar Wellensittiche. Schon mit dem Hintergedanken lass sie doch irgendwann einmal brüten. Aber dazu kam es zu dieser Zeit nicht.
Erst im „hohen Alter“ von ca. 20 Jahren habe ich mir eine kleine Vogelstube eingerichtet. Ich baute mir acht Käfige mit den Maßen 80 x 50 und 40 cm tief mit Nistkästen, Außenfütterungen und allem was so dazu gehört. Parallel dazu meldete ich meine Zucht beim Rathaus unserer Gemeinde an. Vom Landratsamt in Coburg bekam ich schon nach wenigen Tagen die Genehmigung Wellensittiche, Großsittiche und sogar Papageien halten und züchten zu dürfen. Das war damals, gegenüber Heute, noch eine ganz einfache Sache:
– Antrag stellen – Post abwarten – Fertig.
Voller Stolz ging es daran Wellensittiche zu kaufen. Was liegt näher als dieses bei erfahrenen Züchtern in der Region Coburg zu tun. So nahm das Schicksal seinen Lauf: Viele der Züchter gaben mir unendlich viele Ratschläge, Tipps und Anweisungen nur eines nicht: vernünftige Wellensittiche zur Zucht. Ich bekam, angefangen von uralten, kranken unfruchtbaren und ich weiß nicht was für schlechten Tieren alles, aber leider keine Zuchttiere. Im Nachhinein: die Schuld lag einzig und allein bei mir! Warum muss man auch gleich zuchtreife Tiere kaufen? Ist es nicht besser es mit jungen Tieren zu probieren die erst die Reife beim Züchter erlangen? So kann man sich die Eltern der Jungtiere genau anschauen. Die eigene Zucht so langsam und nach seinen Vorstellungen „aufbauen“ und zusammenstellen. Im Nachhinein und den Erfahrungen mit den „sogenannten Züchterkollegen“ fragte ich mich damals: Wer von den Züchtern gibt schon ein gutes Tier ab? Es dürften doch eher wenige sein.
Lange Monate stellte sich bei der versuchten Zucht kein Erfolg ein. Langsam verlor ich auch die Lust , aber irgendwann habe ich einen richtigen Glücksgriff getan. Ich hatte ein Angebot eine gesamte Wellensittichzucht, bestehend aus vielen Paaren zu kaufen. Der Vorbesitzer, ein damaliger Vereinskollege, musste das Hobby aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Es handelte sich um sehr schöne und vor allem gesunde Tiere. Teilweise waren sogar Schauwellensittiche darunter.
Der Vogelschwarm hatte bei mir in einer kleinen Voliere (3 x 3 Meter inkl. kleinen Schutzraum) ein neues Zuhause gefunden. Nur einige Paare wurden in meiner Zuchtstube einzeln verpaart. Jetzt stellte sich auch in meiner Zuchtanlage der Erfolg ein. Die ersten Tiere schritten gleich zur Brut. Ich weiß es noch sehr genau wie die ersten Eier gelegt wurden, jedes der Eier wurde mit einem Filzstift markiert, da ja die Wellensittiche alle 2 Tage ein Ei legen aber mit der Brut in der Regel schon nach dem ersten gelegten Ei beginnen. So schlüpfen auch die Jungen Wellensittich im Abstand von zwei Tagen. Nach 18 Tagen sind die ersten Jungtiere geschlüpft. Es war ohne Übertreibung ein Gefühl wie ich es als kleines Kind nur zu Weihnachten erlebte.
Ich wurde doch noch für meine Geduld belohnt. Aus den anfänglichen Schwierigkeiten habe ich natürlich meine Lehren gezogen. Niemals habe ich Tiere aus meinem Bestand abgegeben die nicht gesund waren. Vervollständigt habe ich meinen kleinen Schwarm dieser Australischen Kleinpapageien meist aus Vögeln der eigenen Nachzucht oder immer aus Jungtieren von Züchterkollegen.
So ist dieses Hobby bei mir entstanden. Ich muss gestehen, dass ich es aus familiären und beruflichen Gründen zwischenzeitlich die Zucht aufgegeben habe, aber ein kleiner Schwarm dieser liebenswerten Gesellen ist immer noch in einer kleinen Voliere bei mir zu Hause.
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